SV Kosova - SC Portoguês 6:1 (1:0)

Kreisliga Osnabrück Stadt (8. Liga Deutschland)

15.10.17

Sportanlage auf dem Klushügel (5.000)

Zuschauer: 100

   Eintritt: 2€


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Schon länger hatte ich geplant hier mal einen Bericht von meinem Heimground zu kredenzen. Exakt ein Fussballplatz ist nämlich noch näher an zu Hause als die legendäre Bremer Brücke, die Sportanlage auf dem Klushügel.
Auf dem immerhin drittgrößten Ground im Stadtgebiet lernte ich (mehr oder eher weniger) vor gut 20 Jahren das Kicken, viel wichtiger noch: den Spaß am geilsten Sport der Welt kennen.
Würde ich alle gesehenen und gespielten Spiele in die Groundhopper App ballern, wäre meine virtuelle Schwanzverlängerung wohl um eine dreistellige Zahl höher als die des Zweitplatzierten. Da ich mir davon aber in etwa so viel kaufen kann wie mit einem albanischen Lek ist mir das ganze Gepose auch ziemlich scheißegal.
An einem wunderschönen Oktobersonntag ging es es also die 5 Minuten hoch auf den Klushügel zu einem der beiden hier spielenden Clubs, dem SV Kosova. Der andere Verein, mein erster Fußballverein ist der TSV Osnabrück und spielt in den Niederungen der Kreisklassen, während Kosova immerhin in der Kreisliga aktiv ist.
Der Verein hat sich echt gemacht, vor einigen Jahren gab's hier üblen Rumpelfussball auf Asche mit 3 roten Karten und einem Coach, der noch während dem Spiel kündigte. Inzwischen ist man doch etwas disziplinierter und auch sportlich spielt man in der Liga eine bessere Rolle.
Auch die Atmosphäre ist hier nun angenehmer: Anlage mit albanisch-kosovarischer Mukke inkl. einer albanischen Version von We will rock you. Die inzwischen gegründete Frauenmannschaft heizte den Herren in rot-schwarz auf dem Platz gut ein.
Die Hobby-Merkels unter euch haben den Fall spätestens jetzt gelöst: Der SV Kosova schreibt die Zugehörigkeit des Kosovo eher Albanien als Serbien zu. Ein Hoody mit der Aufschrift: "AUTOCHTHONOUS" welcher einigen von euch von der per Drohne gelenkten Fahne aus dem Quali-Spiel zwischen Albanien und Serbien bekannt sein sollte, wurde lässig von einigen Mädchen getragen. Das Wort bedeutet so viel wie " im Lande selbst geboren" und symbolisiert die Phantasien vom großalbanischen Reich.
Die Gäste, die dem Namen entsprechend auch eine Nation repräsentieren, wurden auf der Tribüne noch von einigen Jungs von Espanol Osnabrück unterstützt, die iberische Halbinsel hält also zusammen.
Auf dem Platz Kreisliganiveau, da könnte man auch Gayson Stanley in den Sturm stellen, die Puste hält auch für max. 10 Minuten.
Der 9er von Português war aber wirklich niemand der die frittierten Calamari links liegen lässt und trug zudem ein Trikot was ihm bestimmt 2-3 Nummern zu klein war. Als ein Kosova-Spieler dann noch den Textiltest machte, hörten die gut 100 Zuschauer ein lautes "Raaatsch!", vielleicht gibt's ja dafür jetzt beim Neukauf mal Größe 4XL 😁
Der Torwart der Portugiesen durfte heute oft hinter sich greifen, da er ebenso oft daneben griff. Die Brillengläser scheinen wohl nicht die richtige Stärke zu haben 🤔
Das mich hier kein sportlicher Leckerbissen erwartete war vorher ja klar, dafür schmeckte die Sucuk vom Grill für 2€ überragend gut, da konnte auch unser neu angelernter Rechtsverteidiger Kamer Krasniqi nicht wiederstehen 😉 Der aktuelle U21 Spieler des Kosovo schaut logischerweise öfter mal vorbei.

Wer Bock auf Balkan-Feeling hat und dafür nicht weit weg fahren will, der kommt an einem sonnigen Tag zum SV Kosova, mir gefällt's hier jedenfalls immer sehr gut 😁

PS: Nur bitte nicht zum Abendspiel, der Hauptplatz hat nämlich kein Flutlicht 😉