K Lierse SK - KSV Roeselare 2:2 (0:1)

Proximus League (2. Liga Belgien)

18.08.17

Herman Vanderpoortenstadion (14.538)

Zuschauer: 4.000 (50 Gäste)

   Eintritt: 18€

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Werte Leserschaft, was sind eigentlich aktuell sehr kurze Dinge?
Korrekt: Der Penis von Donald Trump und meine Groundliste in Belgien.
Während der eine die Präsidentschaft braucht um diesen Zustand zu kompensieren, reicht mir ein Wochenende im Land von Fritten und Jupiler um aufzuholen. Mit Mr. Doberdan persönlich (Philipp) war ein ungleicher Mitfahrer an Bord, steht er doch kurz vor der Komplettierung der ersten beiden Ligen. Auf dem Mitfahrerparkplatz in Neuss trafen sich unsere Wege und der Oldie lenkte Muttis Peugeot gekonnt über die Autobahnen mit Vollbeleuchtung. Mal wieder viel zu früh waren wir also im südlich von Antwerpen gelegenen Örtchen Lier angekommen. Wirkte alles so verschlafen, wie Marcel und Ilka auf der Rückbank und so wurde schnell die direkt am Stadion liegende Frituur aufgesucht. Hier schien sich der halbe 35.000 Seelenort zu versammeln. Ich nahm Philipps Rat an mir auf gar keinen Fall die große Portion Fritten zu bestellen. Von Mini, klein, groß bis maxi durfte der fresssüchtige Hopper wählen. Ich entschied mich weise wie ich bin für die kleine Variante.
Hah, Pustekuchen! Selbst diese Portion hätte wohl ein ganzes Adlernest mit erfolgshungrigen Dreiradstädtern ernährt! Die Fritten trotzdem richtig lecker und auch die Samurai-Sauce wieder erste Sahne.
Was viele nicht wissen: Das Wort Samurai kommt eigentlich gar nicht aus Japan, sondern aus Belgien. Im Jahr 1893 erfand der aus Brüssel stammende Gertjan Samurai die schmackhafte Sauce. Erst im Anschluss wurden die asiatischen Krieger in Samurai umgetauft.
Mit diesen verblüffenden Erkenntnissen stürmten wir das Kassenhäuschen und blechten 18€ für Block K über der Heimkurve, statt 12€ für Block N (Heimkurve). Im Internet war der recherchegeile Autor dieses Berichts auf Block N gestoßen und konnte jeden Platz samt Reihe und Platznummer auswählen, bei einer Stehplatztribüne wohlgemerkt. Als wir spontan auf die Hintertortribüne zeigten um unser Portemonnaie zu schonen, musste der Kassenwart leider ablehnen, da diese Tribüne nur noch auf dem Papier besteht. Wie ihr also seht, ist in Lier alles völlig normal. Außer der Ground, der ist nämlich so fett, wie ein Stammkunde bei Mc Donald's. Wie bereits kurz erwähnt, ist eine Hintertorseite quasi nicht vorhanden, die gegenüberliegende Seite dafür umso mehr und auch beide Längsseiten verfügen über Sitzplätze. Auf unserer Seite (Tribüne 3) ist die Heimkurve unter den Sitzplätzen, die Gäste daneben in einem Käfig, der auch aus Jurassic Park stammen könnte. Mein lieber Scholli, da muss Royal Antwerpen aber mal ordentlich die Sau raus gelassen haben.... Verpflegung gibt's hier übrigens genug. Für den gewaltigen Preis von 0,00€ kann man eine Plastikkarte erwerben und mit jeglichem Bertrag aufwerten. Kein Restbetrag, kein Mindestbetrag, keine Riesenbrezel für 3,90€. So hat dieses Modell also doch noch Zukunft. Nachdem die Cheerleader ihre Show abgezogen hatten, durften auch die eigentlichen Protagonisten auf den Rasen. Lierse SK, vor 2 Jahrzehnten (Alter! 1997 ist 20 Jahre her, pack dir mal an Kopf...) noch belgischer Meister, zeigte in dieser Zweitligapartie eine mega magere Leistung in Hälfte 1 und lag verdient zurück. Die Fans quittierten das mit lauten Pfiffen und packten die eigene Elf wohl an der Ehre. Nach Wiederanpfiff sahen wir kämpfende Schwarz-gelbe, die das Spiel sogar drehen konnten. Der Heimanhang, welcher vorab eher durch Bill Kaulitz artige Stimmbänder auffiel, drehte nun zu "Atemlos" von dieser alten Blasmusik, pardon Volksmusik trällernden Hälene Fischa völlig frei. Mir persönlich gefällt der englische Supportstil weiter ausgesprochen gut, denn so explosiv wie die Torjubel ist weder der Ätna, noch der Eyafjöll... Eiawöll... Gylfi Sigurdsson.
Gut, den Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit fanden die meisten hier jetzt nicht sooo geil, aber wir sind ja emotionslose Hopper, die sowas eh komplett kalt lässt
Mit Licht... ähm Richtgeschwindigkeit ging es in die Hauptstadt. Völliges Verkehrschaos und einige graue Haare später hatten wir die Karre dann aber hinter stahlgesicherten Türen abgestellt und konnten beim Kickern noch einige lokale Bierspezialitäten kosten.