Polen - Portugal

Europameisterschaft 2016 - Viertelfinale

30.06.16

Ergebnis: 3 - 5 i.E. (1 - 1)

Stade Vélodrome (67.394)

Zuschauer: 62.940

Eintritt: 85 €

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Nachdem ich im Vorfeld der Euro kein Glück bei der Kartenbestellung hatte, hatte ich eigentlich schon die Lust verloren zu diesem von Kommerz überzogenem Wettbewerb zu fahren. Als mein Kumpel Niklas mir dann aber zwei Tickets für das Viertelfinale in Marseille zum OP anbot, packte mich das Fieber dann aber doch irgendwie wieder und ich schlug zu. Mit meinem Cousin Moritz fand ich einen Mitfahrer, der sofort von dem Vorhaben begeistert war und zu den Gammelkicks, die ich mir teilweise anschaue vermutlich nie mitkommen würde. Im Vorfeld wurde natürlich hin- und hergerechnet welche Gegner sich denn am Ende in Marseille gegenüber stehen sollten, das Szenario mit Spanien als Gruppenerstem und Deutschland als Gruppenzweiten klang beispielweise recht verlockend, am Ende stand aber die Konstellation Polen gegen Portugal, welche meiner Meinung nach ganz in Ordnung war. Die Flüge waren von Hahn nach Montpellier zu realen Preisen zu buchen und so ging es einen Tag vor dem Spiel mit dem Auto zum Flughafen. Der Ryanair-Flieger setzte eine halbe Stunde zu spät in Montpellier zur Landung an. Wir fuhren mit dem Navette (Airport-Shuttle) und der Tram für faire 2,60 € in die Innenstadt. Ja, es gibt auch günstigen Bodentransport auf diesem Planeten ;-)

Beim ersten Mecces wurde eine "Big coke" geordert, welche mir von der asiatischen Dame am Schalter freundlich als "Big cock" in die Hand gedrückt wurde. Ja, mit dem englisch haben die es hier einfach nicht so :D

Wir bezogen unsere AirBnB-Bude bei Gastgeberin Delphine, ihrem Boyfränd und ihrer schwarzen Katze, welche zum Glück kein Pech einbrachte. Bis auf die Bierpreise... 6€ für einen halben Liter Kronenbourg, Prost! Auf dem Schlafsofa machten wir es uns (un)bequem und konnten am nächsten Tag erstmal ordentlich auspennen, da unser grüner Flitzer Marke Flixbus erst um 12:00 starten sollte. Hier waren schon die ersten Bigos- und Bacalhau-Freunde mit an Bord und starteten pünktlich mit uns die Reise zum Busbahnhof Marseille Arenc. Die Busreise war hier eine Top-Option, da wie wir später von anderen Deutschen aus unserem Flieger hörten der Zug deutlich teurer war und auch noch länger brauchte. Nach kurzem Schulterklopfer für die Reiseleitung, ging es mit der Metro zum Place Stalingrad, wo wir unsere Herberge, erneut in Form von AirBnB bezogen. Gastgeberin Joanna war sehr freundlich und vertraute uns trotz Einbruch eine Woche zuvor die Schlüssel an. Wir marschierten direkt Richtung Vieux Port, am alten Hafen hatte es ja im Vorfeld des Spiels England - Russland schon recht ordentlich gekracht, heute wurde aber überwiegend friedlich gemeinsam gefeiert. Nach ein paar Pints, Burger und Pommes ging es zu Fuß Richtung Stadion. Dort angekommen war die Stimmung schon top und wir suchten unser Gate um auch endlich rein in die Schüssel zu kommen. Die Einlasskontrollen waren wie erwartet extrem lasch. Das Stadion ist natürlich eine Wucht und kommt in den von mir besuchten Grounds auf jeden Fall in die TOP 3. Die Fans beider Teams puschten sich langsam hoch und erreichten bei der Nationalhymne Bestwerte. Die polnischen Anhänger untermalten ihre Hymne mit einem Bengalo und einer Blocknationalfahne. Zum Spiel brauche ich denke ich nicht so viel zu schreiben, viele werden es wohl gesehen haben. Wir fanden es allerdings besser als das was die Presse am nächsten Tag zu berichten hatte. Vor allem die Atmosphäre war wirklich top, kein Klatschpappen- oder Operettenpublikum, nein, super Support über 120 Minuten.

Wir liefen den Weg nach Abpfiff wieder zum Apartment, vor dem Schlafen gehen wurde noch einmal das Fenster geöffnet um einem Bielefelder im Biergarten vor der Haustür kurz mitzuteilen was man von seiner Trikotwahl hielt. Jetzt konnte man auch guten Gewissens das Gesehene Revue passieren lassen und ins Reich der Träume abtauchen.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh und wir waren schon um 09:00 wieder Im Bus auf dem Rückweg nach Montpellier, wo der Freitag noch für Sightseeing genutzt wurde. Zwei schöne Städte, eine tolle Erfahrung und Sonnenbrand später waren wir schon wieder in der verregneten Heimat.

Au Revoir Frankreich, bis zum nächsten Mal, dann aber wieder mit Clubfußball ;-)