Fußballparadies Madrid


  CD Coslada B (U17) - Club Atletico de Madrid D (U17) 2:1

Primera Grupo 2

28.11.15

El Olivo

Zuschauer: 130


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Nachdem der Start mit Länderpunkten im näheren Umkreis, bzw. an den deutschen Außengrenzen, wie Frankreich, Schweiz, Niederlande und Polen gemacht war, sollte es nun mal eine Tour mit dem Flugzeug werden. Gemeinsam mit Thorsten und Lars wurde Madrid als Zieldestination auserkoren und günstige Flüge mit Ryanair gebucht. Für mich war es tatasächlich das erste Mal in einem Billigflieger und so war ich etwas gespannt wie es werden würde. Beinfreiheit ist definitiv ein Thema, oder eben auch keins ;-)

Die Rubbellos-Aktion war schon ziemlich kurios, aber ansonsten war es eben ein ganz normaler Flug zu einem absoluten Spottpreis. Man kann sicherlich diskutieren, ob Flüge so günstig sein sollten, allerdings sollte man dann auch darüber diskutieren warum Bahnpreisen so unfassbar teuer sind. Recht spät landeten wir in der spanischen Haupstadt und nach Mallorca 2011 war es auch mein erster Besuch auf dem Festland. Nach dem Check-In in unserem Hostel zog es uns noch in eine Tapas-Bar. Diese waren am späten Freitagabend allerdings alle komplett überlaufen und ein freier Tisch schlichtweg nicht zu ergattern. Nach einiger Sucherei fanden wir dann aber doch noch einen Platz und ich lernte zunächst mal, dass man zu seinem Cerveza auch direkt immer einen kleinen Snack erhält. Dieser schmeckte allerdings ziemlich komisch und sah auch nicht unbedingt lecker aus. Als Thorsten die Kellnerin trotz Sprachproblemen fragen wollte was wir hier gerade verspeisen imitierte er nur ein Huhn und bekam neben einem Kopfnicken auch ein Herz samt "Bumbum" zurück. Da wurden uns doch einfach mal ein paar Hühnerherzen aufgetischt. Wir bestellten doch lieber Fleisch und Pommes und hielten uns sonst eher an die Flüssignahrung. Während Thorsten etwas früher müde wurde, zauberten Lars und ich noch etwas länger, ehe wir auch die nötoge Bettschwere erreicht hatten. Am nächsten Morgen rief bereits relativ früh das erste Spiel und wir hatten bis zur Haltestelle Barrio del Puerto im Vorort Coslada noch einiges an Wegstrecke zu absolvieren. Bestimmt 45 Minuten dauerte die Fahrt mit der Metro und so langsam hatten wir alle Hunger. Ein Mercadona (Supermarkt) kam da gerade recht und lieferte uns ein paar Baguettes inkl. Schinken und Käse zum Frühstück. Von dort war es nicht mehr weit zum Estadio Municipal El Olivo, wo gleich ein U17-Kick steigen sollte. Hier gibt es nur eine größere Trubüne, die auch eine nette kleine Vereinskneipe beherbergt. Hier gibt es auch ein Länderpunktdosenbier und damit setzen wir uns auf die schattige Tribüne und sehen ein Jugendspiel mit insgesamt vier roten Karten! Wahnsinn was der Schiedsrichter hier austeilte und wie die Jungs teilweise draufgingen. Am Ende zur Freude für den kleinen Vorortclub gegen die vierte Mannschaft von Atletico. Ein Mann freute sich bei beiden Toren gleich so sehr, dass er seinen kleinen Hund in die Luft warf und wieder auffing.


Heiß umkämftes B-Jugend Spiel im östlichen Vorort Coslada mit uriger Vereinskneipe.


Atletico Madrid - Espanyol Barcelona 1:0

Liga BBVA

28.11.15

Estadio Vicente Calderon

Zuschauer: 44.983 (away: 100)


Uns stand eine erneut lange Fahrt mit der Metro zurück ins Centro bevor. Hier sollte am Abend das absolute Highlight der Tour steigen, ein Spiel im legendären Estadio Vicente Calderon! Lange sollte es nicht mehr stehen und daher wollten wir unbedingt noch vor dem Abriss hier vorbeischauen. Bereits auf dem Weg von der Metro wimmelte es von Fans und die Policia sperrte das Gelände weiträumig ab. Vor dem Stadion genehmigten wir uns noch ein großes Bier, ehe wir deutlich vor Anpfiff gerne schon rein wollten. Und der Wow-Effekt blieb natürlich nicht aus, als wir die steilen Stufen zu unserem Block erklommen hatten. Meine Kamera konnte ich übrigens ohne Probleme mit rein nehmen, das sollte an anderer Stelle noch zu mehr Problemen führen...

Unsere Plätze waren relativ weit oben direkt neben dem Gästeblock in den sich immerhin 100 Anhänger aus Barcelona verirrt hatten. Der Support leider typisch spanisch und das kann auch vom restlichen Stadion behaupten. Neben einer spannenden Kultur, leckerem Essen und genialen Stadien muss man beim Thema Fankultur leider enorme Abstriche machen. Das Spiel konnte Atletico knapp gewinnen und ich musste oft schmunzeln, wenn ich Diego Simeone, wie einen Derwisch an der Außenlinie beobachtete :-)

Nach Abpfiff ging es zurück Richtung Unterkunft und der erste volle Tag in Madrid wusste absolut zu überzeugen, auch wenn die Stadt leider mal wieder zu kurz kam...



  FC Getafe - FC Villareal 2:0

Liga BBVA

29.11.15

Coliseum Alfonso Perez

Zuschauer: 5.903


Auch am nächsten Tag wurde bereits wieder zur Mittagszeit in der höchsten Spielklasse gegen den Ball getreten. Wenn man für Fußball reist, bietet Madrid den passenden Rahmen. Zahlreiche Vereine mit guten Grounds, die allesamt gut mit der Metro zu erreichen sind, ein absolutes Paradies für Fußballtouristen. Heute hieß die Endhaltestelle "Estación de Los Espartales" und führte in den südlichen Stadtteil Getafe, welcher gerade FC Bayern Fans bestimmt noch bekannt sein dürfte. Das Coliseum Alfonso Pérez liegt eher praktisch als romantisch an der Schnellstraße und an Shoppingcentern mit großen Parkplätzen. Direkt am Eingang fiel mir ein einglischer Fan mit einem Millwall-Tatto auf, der das gleiche Ziel hatte wie wir. Aber wir legten uns ohne Smalltalk eine Karte für je 20€ zu, was absolut fair ist. Gut, dass wir wieder frühzeitig rein wollten, denn hier war meine Spiegelreflex ein riesen Problem, was mir diverse Ordner auf spanisch und englisch erklärten. Eine Abgabestelle gäbe es hier aber nicht, ich sollte es doch mal im Shoppingcenter nebenan versuchen.

Ziemlich genervt machte ich mich auf den Weg und fand tatsächlich ein Schließfach um das gute Stück zu verstauen. Das milderte die Vorfreude (und die Bildqualität) natürlich, dennoch freute ich mich auf Fußball und wir machten uns auf den Weg auf die Hintertortribüne.

Hier ließ es sich in der Sonne aber mal so richtig gut aushalten und eine Jacke war absolut nicht mehr nötig. Das Stadion ist klein und kompakt und passt absolut zu Spanien, gefiel mir wirklich gut.

Auf dem Rasen wurde das "gelbe U-Boot" ganz gut auseinander genommen und der Außenseiter konnte die volle Punkteausbeute im Süden Madrids behalten. Nach Abpfiff galt es natürlich noch die Kamera wieder abzuholen und danach den Weg Richtung Vallecas.



Rayo Vallecano - Athletic Bilbao 0:3

Liga BBVA

29.11.15

Campo de Fútbol de Vallecas

Zuschauer: 13.205 (away: 2.000)


Unweit vom Zentrum sollte das letzte Spiel unserer Tour steigen und das wurde nochmal ein richtiger Leckerbissen ;-)

Rayo Vallecano (der Blitz) spielt hier im Arbeiterviertel Vallecas seine Heimspiele gegen die übermächtigen Gegner aus nah und fern. Heute war immerhin Athletic Bilbao zu Gast und wir hatten noch keine Karten. Den Onlineverkauf hatten wir alle verschlafen und somit ging es sehr früh Richtung Tageskasse. Hier wurde es leider nochmal richtig teuer und mit 60€ pro Ticket zahlten wir den Preis für unser schlechte Organisation. Nun blieb Zeit satt um das Stadionumfeld mit seinen zahlreichen Graffitis der heimischen Szene und die kleinen Kneipen zu erkunden. In einer Tapas Bar unweit des Stadions ließen wir uns nieder und bekamen zum Spottpreis von 1,50€ jeweils ein gezapftes Cerveza und ein belegtes Brot. Hier ließ es sich absolut aushalten und die beiden chinesischen Besitzer waren super freundlich und auch bei den Heimfans sehr beliebt. Irgendwann mahnte die Uhrzeit dann mal zum Abmarsch und wir konnten unsere top Plätze Höhe der Mittellinie beziehen. Hier war die Kamera wieder überhaupt kein Problem und somit stand einem gelungenen Abschluss nichts mehr im Weg. Rayo hebt sich durch das gesamte Erscheinungsbild ungemein von seinen bekannteren Kontrahenten in der Stadt ab. Da sind zum einen die antifaschistischen Ultras "Bukaneros" im Kontrast zu den faschistischen Fans von Atletico, das alte und in die Jahre gekommene Stadion im Vergleich zu Reals Traumpalast und natürlich die insgesamt deutlich geringeren finanziellen Mittel. Rayo ist der Verein der Arbeiterklasse und weit weg von funkelnden Träumen von Champions League und Meisterschaft. Beim Blick durch das eng gebaute Stadion fallen gleich zwei Dinge auf: Zunächst ist die eine Hintertortribüne nicht vorhanden, dafür stehen hier einige hohe Wohnhäuser, von deren Balkonen die Leute das Spiel gratis aus ihren Wohnungen schauen können. Und zum anderen fallen optisch und akkusitisch die 2.000! Gäste aus Bilbao auf. Die Basken stromerten bereits vor Anpfiff Arm in Arm mit den Heimfans durch die Kneipen, ist dieses Verhäntnis doch seit Jahren von einer tiefen Fanfreundschaft geprägt. Und so nehmen es die Anhänger von Rayo den Gästen vermutlich auch nicht ganz so krumm, dass sie mit 0:3 abgefrühstückt werden. Dennoch war die Stimmung auch auf der Heimseite klasse und Rayo Vallecano und Vallecas fest im eigenen Fußballherzen verankert. Nach vier Spielen an zwei Tagen war der größte Teil der Tour somit leider schon wieder geschafft...



Am Abreisetag kamen meine beiden Mitreisenden nicht so wirklich aus dem Bett, also machte ich mich nochmal alleine auf ein wenig Madrid zu erkunden. Bisher waren wir tatsächlich nur beim Fußball oder in Bars gewesen :-)

Wie es meistens so ist, beginnt am letzten Tag der Tour der Urlaub und so schlenderte ich auch heute bei bestem Wetter und Sonnenscheon durch die spanische Hauptstadt um doch noch ein paar Eindrücke festzuhalten. Besonders in Erinnerung ist mir der schöne Retiro-Park geblieben. An einer Metrohaltestelle traf ich dann Thorsten und Lars wieder und gemeinsam ging es zurück zum Adolfo Suárez Madrid-Barajas Airport und erneut mit Ryanair nach Hause.

Hasta Pronto Madrid!